Im Festzelt darf niemand auf dem Trockenen sitzen. Die Torwesten Spedition stellt die nötigen Biercontainer auf dem Oktoberfest und befüllt sie jede Nacht aufs Neue. Geliefert wurden sie im Kombinierten Verkehr.
Brathendl, Schweinshaxn, Kasspatzn: Vielerlei bayerische Spezialitäten erwarten die Besucherinnen und Besucher des 191. Oktoberfests in München. Eine Sache darf dabei nicht fehlen: das Bier. Niemand soll vom 19. September bis 4. Oktober auf dem Trockenen sitzen. Deshalb braucht es auf der Wiesn eine zuverlässige Getränkelogistik. Daran hat auch der Intermodalverkehr seinen Anteil: Die großen Biercontainer der Torwesten Spedition aus Essen sind mit Kombiverkehr-Zügen auf der Schiene angereist. Das verspricht Biergenuss in vollen Zügen, wenn es wieder heißt „O´zapft is!“.

Das Bier fließt in Strömen: Nirgendwo sonst auf der Welt wird in einem so kurzen Zeitraum so viel Gerstensaft getrunken wie auf der Theresienwiese. 2011 schaffte es die Wiesn mit 7,5 Millionen Litern ins Guinness Buch der Rekorde. Voriges Jahr waren es 6,5 Millionen Liter. Die Besucherzahl lag ebenfalls bei 6,5 Millionen. Damit trank im Schnitt jede und jeder eine Maß. Na, dann Prost! Die Bierzeltbetreiber sind bereits in Vorfreude. „Wir freuen uns auf eine hoffentlich friedliche und gut besuchte Wiesn mit viel schönem Wetter“, sagt Wiesn-Wirtin Steffi Spendler. „Rekorde brauchen wir keine.“ Denn auch bei normalem Besucherandrang hat ihr Team im Löwenbräu-Festzelt gut zu tun. Um eine Sache muss sie sich dabei keine Sorgen machen: um die Bierlogistik. Auf einer Stellage im Zelt sind drei große Biercontainer verbaut. Damit ist der Getränkefluss aus 20 Fuß-Tankcontainern über Schläuche zu den Zapfhähnen gewährleistet. „Da geht uns nie das Bier aus“, erläutert Wirtin Spendler.
Dass der Bierfluss im Löwenbräu-Festzelt nie ins Stocken gerät, ist auch das Verdienst der Torwesten-Spedition aus Essen. Sie wickelt die gesamte Bierlogistik dahinter ab. Ein wichtiger Teil davon – der Hin- und Rücktransport der vor Ort benötigten Biercontainer – läuft im Intermodalverkehr über das nationale Streckennetz von Kombiverkehr. Torwesten nutzt dafür die täglich angebotene Zugverbindung zwischen Duisburg und München. Zehn Container, die jeweils bis zu 28.000 Liter Bier fassen, hat Kombiverkehr vor Beginn des Oktoberfests an die Isar befördert. Auf der Theresienwiese angekommen, wurden sie per Kran ins Zelt gehoben. „Die Container werden in den Zelten so positioniert, dass der Weg zu den Zapfhähnen möglichst kurz ist“, berichtet Torwesten-Geschäftsführer Marc de Kort. Ab den Zapfhähnen ist dann reichlich Handarbeit gefragt: Nach dem Ausschank bringen Kellnerinnen im Dirndl die Maßkrüge zu den Tischen der durstigen Besucherinnen und Besucher.
Kombiverkehr-Geschäftsführer Dirk Steffes: Kombinierter Verkehr ist eine echte Alternative
Die Logistik liefert: Dass Kombiverkehr mit seinem Zugangebot und Torwesten mit der Bierlogistik einen kleinen Beitrag zum Erfolg des weltgrößten Volksfests leisten, erfüllt den Intermodal-Spezialisten aus Frankfurt mit Stolz. „Gerade bei Lebens- und Genussmitteln gelten hohe Standards und Anforderungen in der Lieferkette. Bei einem unsachgemäßen Umschlag oder Transport, den falschen Temperaturen oder zu langen Transportzeiten kann die Ware schnell verderben“, sagt Kombiverkehr-Geschäftsführer Dirk Steffes.
Viele Logistikunternehmen ziehen beim Transport daher die Straße dem Intermodalverkehr vor. „Es freut uns sehr, dass Torwesten einen Teil seiner Verkehre der Schiene anvertraut und demonstriert, dass auf ausgewählten Strecken mit planbaren Fahrplanzeiten und einer durchweg guten Leistungsqualität der Kombinierte Verkehr auch für Lebensmittel eine echte Alternative ist.“ Damit leiste Torwesten einen signifikanten Beitrag zum Klimaschutz und könne auch für andere Branchenunternehmen ein Beispiel sein.
Damit niemand auf dem Trockenen sitzt: Biertransporte jede Nacht
Darauf kann Torwesten-Geschäftsführer Marc de Kort eigentlich anstoßen. Auch dieses Jahr hat die Spedition einen Tisch im Bierzelt reserviert und Kunden auf die Wiesn eingeladen. In der Tat gönnt sich Marc de Kort am Abend auch mal ein Bier – wobei Weizenbier, in Bayern besser bekannt als Weißbier, zu seinen Favoriten zählt. Neben dem Löwenbräu-Festzelt organisiert sein Team vor Ort auch die Bierlogistik für das eine oder andere weitere Festzelt. Eine Handvoll Sattelzugmaschinen ist im Festzeitraum in München. Jede Nacht holen die Fahrer viele Hektoliter Bier bei unterschiedlichen lokalen Brauereien ab. Auf der Theresienwiese angekommen, wird die kostbare Flüssigkeit in die Container an den Festzelten gepumpt. Schließlich verlangen Zehntausende durstige Kehlen am Wochenende ab neun Uhr und unter der Woche ab zehn Uhr nach frischem Bier. „Wir dürfen niemals trocken laufen“, erklärt der Torwesten-Geschäftsführer. „Die Herausforderung liegt darin, jede Nacht dafür Sorge zu tragen, dass alles befüllt ist und der Betrieb am nächsten Tag wieder losgehen kann.“ Das Team ist für alle Eventualitäten gerüstet und hat Ersatzteile für Trucks und Container vor Ort. Die Kundschaft ist zufrieden: „Die Bierversorgung via Container läuft absolut störungsfrei und unkompliziert“, berichtet Wiesnwirtin Steffi Spendler vom Löwenbräu-Festzelt.
Torwesten seit zwei Jahrzehnten im Kombinierten Verkehr tätig
Die Bierlogistik ist für Speditionen eine besondere Nische mit besonderen Anforderungen. Der Tankbier-Spezialist Torwesten sieht sich als europäischen Marktführer in dem Bereich. Er bewegt mehr als 200 Tankcontainer und spezielle Biercontainer und hält dafür eigene Trucks vor, in Spitzenzeiten ergänzt um 60 bis 70 Lkw von Subunternehmern. Die mehr als 50 Mitarbeitenden befördern Bier in Tanks durch Europa, schwerpunktmäßig aber in Deutschland, Benelux, Spanien und Großbritannien. Seit 2005 nutzt der Mittelständler dafür auch den Kombinierten Verkehr. Hauptrelationen bei Kombiverkehr sind die Achsen von Duisburg nach Rotterdam, München und Mailand (Mortara). „Am liebsten sind uns die Verkehre, bei denen es mehrere Abfahrten in der Woche und am besten am Tag gibt“, erläutert Logistikexperte de Kort. Sollte ein Zug ausfallen, kommen die Ladeeinheiten dann trotzdem planbar mit dem nächsten Zug an. Denn auch der Torwesten-Chef sieht die aktuellen Qualitätsprobleme auf der Schiene, mit denen die Branche kämpft, mit Sorge. Gerade bei Nahrungs- oder Genussmitteln sei die Pünktlichkeit wichtig – die Frische soll schließlich nicht leiden. „Das Bier darf nicht zu lange im Kessel bleiben“, sagt der 55-Jährige. Drei Tage sollten nach Möglichkeit nicht überschritten werden.
Der gebürtige Niederländer würde gerne noch mehr mit der Bahn verladen. „Im vergangenen Jahr war aber leider die Qualität aufgrund von technischen Problemen und Baustellen vielfach nicht ausreichend. Die Kunden verlangen dann schnell eine Rückverlagerung auf die Straße“, berichtet de Kort. „Doch wir wären sehr motiviert, mehr im Kombinierten Verkehr zu machen“, betont er. Aktuell macht das Unternehmen etwa zehn Prozent seines Umsatzes im Intermodalverkehr mit Bahn und Schiff. Neben ökologischen Vorteilen gebe es auch einen greifbaren ökonomischen Vorteil: Auf der Straße könne man in einem Container 26.000 bis 27.000 Liter Bier befördern, im Intermodalverkehr 30.000 Liter. Die Bahn sei auch nicht zwangsläufig teurer. Je länger die Strecke, desto mehr relativiere sich der Kostenvorteil der Straße. Die Relation Köln-Mailand zum Beispiel sei für sein Unternehmen auf der Schiene günstiger.
Aktuell liegt der Fokus aber auf dem Oktoberfest – dem größten Event, das Torwesten mit Bier beliefert. „Inklusive Auf- und Abbau sind wir mehr als einen Monat damit beschäftigt“, berichtet Firmenchef Marc de Kort. In der heißen Phase – den 16 Tagen von 19. September bis 4. Oktober – werden die Besucher wahrscheinlich wieder eine halbe Million Brathendl verspeisen, ausgelassen feiern und das bayerische Brauchtum genießen. Und natürlich mehrere Million Maß Bier trinken.

Steffi Spendler Festzelt-Wirtin im Löwenbräu-Festzelt 
Marc de Kort, Geschäftsführer der Torwesten Spedition GmbH & Co. KG 
Dirk Steffes, Geschäftsführer der Kombiverkehr KG
Die Bierversorgung via Container läuft absolut störungsfrei und unkompliziert.
Steffi Spendler, Festzeltwirtin im Löwenbräu-Festzelt
Wir wären sehr motiviert, mehr im Kombinierten Verkehr zu machen. Aktuell machen wir etwa zehn Prozent unseres Umsatzes im Intermodalverkehr mit Bahn und Schiff.
Marc de Kort, Geschäftsführer der Torwesten Spedition GmbH & Co. KG
Es freut uns sehr, dass Torwesten einen Teil seiner Verkehre der Schiene anvertraut und demonstriert, dass auf ausgewählten Strecken mit planbaren Fahrplanzeiten und einer durchweg guten Leistungsqualität der Kombinierte Verkehr auch für Lebensmittel eine echte Alternative ist.
Dirk Steffes, Geschäftsführer der Kombiverkehr KG
Das Unternehmen: Torwesten ist nach eigenen Angaben Marktführer in der Tankbier-Logistik. Das 1966 gegründete Unternehmen aus Essen beliefert Brauereien, Abfüller, Events, Stadien und die Gastronomie mit allen Sorten von Bieren und Biermixgetränken. Dafür stehen ihr mehr als 200 Tankauflieger und spezielle Biercontainer zur Verfügung, die 30 bis 310 Hektoliter Bier fassen. In den Containern reist das Bier sauerstofffrei. „Mit CO2-Tanks und keimfrei, das ist unser Beitrag zum Reinheitsgebot“, erklärt das Unternehmen. Nach jedem Transport werden die Tanks gereinigt. Gezogen werden die Container durch die 30 eigenen Trucks und in Spitzenzeiten von 60 bis 70 weiteren Lkw von Subunternehmen. Das Unternehmen beschäftigt mehr als 50 Mitarbeitende und ist seit 2005 auch im Kombinierten Verkehr tätig.
Oktoberfest in Zahlen: Das 191. Oktoberfest findet von 19. September bis 4. Oktober auf der Münchener Theresienwiese statt. Unter der Woche hat die Wiesn ab 10 Uhr geöffnet, am Wochenende ab 9 Uhr. Das Festgelände erstreckt sich über eine Fläche von 34,5 Hektar. Zum Oktoberfest 2026 wurden 478 Betriebe zugelassen, darunter 36 gastronomische Betriebe, 243 Schaustellergeschäfte, 182 Marktkaufleute sowie mehrere Servicebetriebe. Das Löwenbräu-Festzelt ist eines von 14 großen Festzelten auf dem Gelände. Die Festbilanz 2025: 6,5 Millionen Gäste, 6,5 Millionen Maß Bier, aber auch 116.000 entwendete Maßkrüge.
Sie haben Interesse an unseren Transportlösungen?
Ihr Kontakt: Christian Lipinski, Vertrieb, Leiter Vertriebsmanagement, Telefon +49 69/79505-245 oder clipinski@kombiverkehr.de
Bildnachweis: Torwesten Spedition GmbH & Co. KG / Löwenbräu AG






Die Kommentare sind deaktiviert.